Ki Vasco schreibt wieder Briefe

Die scheue Künstlerin debütierte 1997 mit ihren «Toskana-Tagebüchern»

Auch in den Briefen webt ihre Kunst hauchdünne Universen und erzählt in poetischer Bildsprache vom Mirakel zwischen Schöpfkelle und Abflussrohr. Wortkarg nebeneinander trocknen hier Liebe und Hass auf der Wäscheleine und warten auf besseres Wetter.

Skizzenbuch mai 011

Skizzenbuch April 011

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Skizzenbuch Februar 011

neue Skizzen des Illustratoren-Teams aus dem Februar

Ki Vasco ordnet ihr Universum

Hält nun die Schwerkraft Einzug in das schwebende und schwimmende Gewimmel des Vasco’schen Kommunikationssystems?

Die neuen Zeichnungen muten in ihrer Strenge fast wissenschaftlich an. Allgemeingültiger werden sie dadurch nicht. Vasco lädt auch in ihren aktuellen Arbeiten zur individuellen Interpretation ihres Werkes ein.

Gleich Spiegeluniversen werfen die Zeichnungen ihre Bedeutung in den Betrachter zurück.

Vascos introvertierter Stil beschreibt das Universum der gefüsselten Kochtöpfe und saugnapfenden Drillinge.

Wie unter ein Mikroskop gelegt, erhält der Betrachter einen ausschnitthaften Einblick in das in sich abgeschlossenes Kommunikationssystem, eine andere Welt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und Regeln.

Der Betrachter betritt diesen Raum als Voyeur, vielleicht naturwissenschaftlich motiviert. So muten die hermetischen Zeichnungen lehrbuchhaft an, wirken chiffriert und erklären doch keinen allgemeingültigen Sinn.

Chris Strauss erfand mit der Figur der Ki Vasco, eine Künstlerin, die zu ihrer Arbeit konsequent schweigt und Rezension und Interpretation scheinbar unberührt entgegennimmt.

Auch in ihrer zeichnerischen Arbeit vermeidet sie die bedeutsame eigene Botschaft. Die wesenhaften Gruppen und konkret abstrakten Figuren reflektieren den Betrachter punktuell und in verblüffender Weise ebenso intim und ausschnitthaft wie sein Blick in das Vasco’sche Universum.

Das Universum der saugnapfenden Drillinge…

neue Arbeiten der Ki Vasco

Die zurückhaltende Dame der illustren Künstlergruppe kann es auf ihre Art auch krachen lassen. Die bisher unbekannten großformatigen Bilder haben zwar nicht ihre leisen Töne verloren, aber die Geschwindigkeit hat sich geändert und die bisher abgeschlossene Welt spritzt, schwebt, summt und klatscht an ihre Grenzen. Dürfen wir uns freuen, oder müssen wir fürchten, was danach passiert?

Eine Vorschau auf die “neuen” Arbeiten der Frau aus dem Kokon.